Nach knapp drei Stunden Flugzeit und einer zurückgelegten Flugstrecke von rund 2000 Kilometern bleibt uns hier auf dem Flughafen Kopenhagen-Kastrup nur mehr die gute Erinnerung an unseren Wiederholungsbesuch in Italien. Dort wo das Herz Siziliens schlägt, wo das Salz der Erde aus vieler Augen Tränen stammt. An jenem besonderen Ort machten wir letzte Woche Station. Abermals ging es auf, das Trost spendende Konzept unserer gedanklichen Reise durch eine bessere Welt von gestern. Über Grenzen hinweg wollen wir reisen, wie sie vor kurzem noch durchlässig gewesen sind. Gen einer Gastfreundschaft streben, wie sie vor dem Wahn unserer Tag noch unbeeinflusst war von Hygienediktatur und empfindlichen Strafen. So blieben wir den guten Absichten dieser kleinen Fortsetzungsreihe auch im Schoße der Geburtsstätte eines Don Vito Andolini Corleone mehr als treu.
Für die gute Unterhaltung sorgten im Orte Corleone zwei prima Mafiafilme. Einfache und ehrliche Gerichte, genossen im Kreise der Familie, stimmten unsere Mägen und Seelen gnädig. Dergestalt verging ein weiterer Tag, wie nur wir allein seines Verlaufs Regisseure waren. Wir atmeten ungehindert, wir waren frei, wir lebten.
Wenn wir in der Leichtigkeit dieses sattsam sonnenverwöhnten Nachmittages einer Sache gewiss sein konnten, dann zweifelsohne des Umstandes, dass unsere Freiheit und die zelebrierte Gemeinschaft nicht mit einer Spritze erkauft worden sind. Wie es überhaupt zur gegenwärtigen dystopischen Hygienedikatur kommen konnte, darüber klärt fortwährend die Stiftung Corona Ausschuss auf. Informiere dich jetzt. Sag hinterher nicht, du habest es nicht wissen können.
Dänemark
“Die Wahrheit zu sagen ist gefährlich, sie zu hören ärgerlich”, so ein dänisches Sprichwort mit ewiger wie aktueller Gültigkeit. Sehr sympathisch irgendwie. Und derlei wohlwollend lässt sich in mancherlei Hinsicht auf unsere Nachbarn blicken, auf dieses kleine Königreich mit seinen kaum sechs Millionen und zumeist entspannter dreinblickenden Einwohnern. Gleichwohl ist dieser Eindruck der Perspektive verschuldet, schließlich ist fast jedes Volk auf diesem Planet relaxter als der deutsche Michel.
Du wohlgesonnene Reisebegleitung weißt im fünften Monat unserer Tour wider der Resignation natürlich längst, wie er läuft der Hase: Wir werden zwei prima Movies genießen, freilich mit bestem Lokalkolorit, und wir werden zum bereisten Land passende Menüs auf die Teller bringen. Das machen wir gemeinsam, schließlich ist Spaß teilbar. Drum klick dir auf deinem Smart-TV abermals das Filmprogramm unseres heutigen Reisetages und koch dir geschwind die rein pflanzlichen Speisen nach.
Der fröhlichen Absicht folgend wollen wir heute kaum die hier in Kopenhagen residierenden 187 Botschafter und Emissäre anderer Länder als Vertreter des Spaßes am Leben ergänzen. Vielmehr wollen wir der Einschließung (Lockdown) entrinnen, wir suchen beste Unterhaltung, wir wollen uns am Freudentanz unserer Gaumen entzücken.

Dänische Knoblauchsuppe
Wie schon in den letzten Monaten findet unser wiederkehrender Kniefall vor den Freuden einer guten landestypischen Suppe seine bedingungsloseste Fortsetzung. Und wenn sich im Guten das Bessere wiederfindet, herrje, was soll noch bessres im Leben aufwarten? Denn ausgerechnet hier im Norden, schließlich sieht man mit bloßem Auge auf der anderen Seite des Øresund die schwedischen Nachbarn, ausgerechnet hier also gibt’s ein lecker Süppi, wie es der in Spanien genossenen Mallorquinischen Knoblauchsuppe manierliche dänische Halbschwester sein könnte.
Dänische Knoblauchsuppe mit Mayonnaise nach diesem Rezept führt dich wie uns zum heißen Glück. Selbstverständlich nimmst du vegane Mayonnaise her, schließlich wollen wir nicht das Leid und den Tod fühlender und denkender Mitgeschöpfe essen. So geht sie auf, die Maxime von der Gewaltlosigkeit und des Mitgefühls.



Melancholia, Dänemark 2011
Ein Lars von Trier Film mit einem Ensemble von zweifellos internationaler Prägung. Wie sonst kann man das Wirken solcher Schauspieler wie Kirsten Dunst, Udo Kier, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, Charlotte Rampling und John Hurt in ein und demselben Film denn anders nennen?
Keine gute Laune-Pille das Filmchen, schließlich geht am Ende die Erde unter und die depressive Hauptfigur Justine müht sich, uns in ihre ätzende Weltuntergangsgleichgültigkeit einzustimmen. Aber es soll ihr nicht gelingen, schon gar nicht mit lecker Süppli im Bauch und der Gewissheit auf ein, oder gar zwei Stück, lecker dänischen Schichtkuchen nach derlei cineastischer Schwermut.

Der wahre Star in Melancholie bleibt der gleichmütig durch unser Sonnensystem vagabundierende Planet Melancholia. Der Film beginnt mit einer minutenlangen Ouvertüre, in welcher das furiose Finale der als “Dance of Death” bezeichneten Annäherung zwischen Erde und Melancholia vorweggenommen wird. Vögel fallen vom Himmel, physikalische Phänomene werden sichtbar, die Schwerkraftverhältnisse ändern sich, der letzten Atemzüge Luft verliert sich im Weltraum. Wenn schon der Weltuntergang, dann doch bittschön mit Stil. Schaurig schön und allemal ein sehenswerter Film. Wir haben uns nun redlich ein Stück Lagkage verdient!
Lagkage – Kuchengenuß Schicht für Schicht
Ein ums andere Mal geriet mir meine liebreizende Muse mit ihren leckeren Kuchenrezepten zum Gegenspieler der Möglichkeit eines Sixpacks, wie es eines spartanischen Kriegers würdig geriete. Aber wie nur, bei Zeus und Athene, wie nur ließe sich köstlichst-süßesten Verführungen wie einem Quark-Mandel-Kuchen vegan à la gurunest oder gar einem Erdbeertraumkuchen vegan à la gurunest nicht erliegen?
Wollen wir es halten mit den assimlierenden Borg: “Widerstand ist zwecklos!” Lass einfach los und gestatte deiner Kuchengabel, dir Stückchen um Stückchen eine Vorausschau aufs Paradies zu gewähren. Erliege dem Liebreiz saurig-süßer sahnig-fruchtiger fruchtknusperner Wonne und wappne dich so für die Skurrilitäten auf der unter Einwohnerschwund leidenden Insel Ork.


Men & Chicken (OT: Mænd & høns), Dänemark 2015
Dänische Filmkunst hat viele Gesichter und insgesamt lässt sich sagen, dass dieses kleine Land die deutlich besseren und vor allem die deutlich lustigeren Filme hervorbringt als sein großer Nachbar im Süden. Und dann erst diese besonderen dänischen Mixturen aus Action und schrägem Humor. Könnte man sich “Pusher“, “In China essen sie Hunde” oder gar “Dänische Delikatessen” aus deutscher Mache vorstellen? Wohl kaum!
Völlig unzugänglich wäre Absolventen deutscher Filmhochschulen die Möglichkeit eines Films wie Men & Chicken. Stundenlang könnte man bei gutem Bordeaux oder noch sonnenverwöhnterem spanischem Roten drüber fachsimpeln. Aber nein, auch ohne Mads Mikkelsen würde hierzulande kein Men & Chicken entstehen können, nicht hier, nicht in einem beliebigen Paralleluniversum.
Genieß die verrückte Geschichte zweier Brüder, welche auf einer schrägen Insel zu noch schrägeren weiteren Brüdern finden sollen. Im Strudel des Grenzbruchs zwischen den Arten, dem gegenseitigen Prügeln mit immer größeren Gegenständen und der gerechten Verteilung der Seniorinnen der inseleigenen Altenwohnanlage als Sexpartnerinnen, irgendwie in diesem in Film gegossenen Tabubruch komischster Prägung aus Dänemark, irgendwo da tut sie sich doch noch auf: die tiefe Gewissheit, worauf es im Leben ankommt.
Brændende kærlighed – Brennende Liebe
Derlei Filmspaß schreit geradezu nach einem sättigenden und dabei nicht allzu prätentiösen Mahl. Überhaupt kein Problem mit prima Gurkensalat, Kartoffelspaß in Gestalt der Brennenden Liebe aus Dänemark vegan à la gurunest und Dänischen Frikadellen vegan à la gurunest. Lecker, gut, nicht von dieser Welt!





Nächster Halt unserer Weltreise: Schweden
Längst hat die photovoltaische Oberfläche unseres prima yogischen Jets dafür gesorgt, dass unser treues Reisegefährt mehr als bereit für die kommenden gut 1200 Kilometer Flugstrecke ist. Nach Schweden wird’s gehen. Und obgleich wir jetzt schon zu Fuß das deutlich größere Nachbarland erreichen könnten, so zieht es uns für die siebzehnte Station unserer vegan-filmverrückten Weltumrundung deutlich weiter in den Norden.
Der Autopilot weiß natürlich längst um sein nächstes Ziel an der Küsten Nordschwedens. In Skellefteå in der Provinz Västerbottens län wollen wir unseren Seelen einen weiteren Tag der Ferne vom Virushokuspokus bescheren. Du weißt, das wird funny. Drum bleib uns treu, du genehme Reisebegleitung!
Delad glädje, dubbel glädje. Delad sorg, halv sorg. (Übersetzt: Geteilte Freude, doppelte Freude. Geteilter Kummer, halber Kummer.)
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