Von Zeit zu Zeit tauchen in der PC-Technik Dinge auf, die in der Rückschau klar machen: hier wurde eine Wegmarke gesetzt, hier ist ein großer Wurf gelungen. Mal werden grundlegende Weichen für die Verfügbarkeit und die Freiheit gesetzt, wie mit den IBM-kompatiblen PC und wie mit dem Aufkommen von nicht-kommerziellen Unix-Betriebssystemen. Andere Male sind es Erfindungen, welche die Performance auf unseren Schreibtischen dramatisch steigern. So war es mit den Mehrkern-Prozessoren und so ist es gegenwärtig mit den Solid State Drives.
SSDs sind überaus schnell, stromsparend, leicht und geräuschlos. Ideal also, um anderen Gerätschaften eine Frischzellenkur zu verpassen. Somit kommen wir zum Kern des Pudels Artikels: Man nehme einen 2009er iMac mit schwarzer Rückseite, dessen Gedenkpausen bei Programmstarts man überdrüssig ist, dessen Festplattenächzen man nicht mehr hören möchte und dessen Beachball schon zu oft drehen durfte.
Forsch den iMac aufmachen und die SSD einbauen wäre sicherlich machbar, doch müsste hierzu das Deckglas abgenommen werden und dieses wäre keinesfalls trivial. Bleibt also der Firewire-800 Port auf der Rückseite und die Verwendung eines passendenden externen Gehäuses für unsere SSD, welche in diesem Artikel die von OCZ Vertex2 mit 128 GB sein soll. Sicher kann die Vertex2 von möglichen 280 MB über Firewire-800 ‘nur’ maximal 100 MB je Sekunde an den iMac liefern, aber aufgrund der sehr viel geringeren Zugriffszeiten (mehrhundertfach!) lohnt sich die hier gegebene Maßnahme allemal.
Schaut man sich nach geeigneten externen Festplattengehäusen um, welche Firewire 800 mitbringen und sich bedingungslos für den Mac eignen (dank Oxford-Chipsatz), so reduziert sich die Wahlfreiheit ganz erheblich. Ich verwende in meinem Upgrade-Tip das sehr empfehlenswerte Modell SK-3500 Super-S Combo von inXtron. Das Gerät ist sauber verarbeitet und es bringt neben Firewire 800 noch USB2.0, Firewire 400 und eSATA mit. Über USB lässt sich die Firmware des Gehäuses updaten und hierfür existiert sogar eine Mac-Software von inXtron. Kein Wunder, bedenkt man, dass die Firma sich noch kürzlich MacPower nannte. Natürlich gibt es das alles auch in der 2,5 Zoll Spielart, dann unter der Bezeichnung SK-2500 800+.




Mustergültig vollständig fällt der Lieferumfang und die herstellerseitige Vorbereitung des SK-3500 Super-S Combo aus. Alle Kabel sind enthalten und klugerweise ist im Neuzustand das Gehäuse nicht komplett verschraubt. Alles ist sehr passgenau und ich finde keine scharfen Kanten, was erfahrungsgemäß leider nicht selbstverständlich ist. Wir stecken das SATA-Stromkabel und das SATA-Datenkabel auf die SSD, setzen dann die SSD bäuchlings in den Einbauchschacht und mit der Buchsenseite in Rchtung der SATA-Stecker vom SK-3500. Nun werden an der Unterseite des SK-3500 die 4 passenden Schrauben an den tiefsten Bohrungen zum Halten der SSD verschraubt. Der Schlitten mit dem Innenleben wird nun von hinten wieder in das äußere Aluminiumgehäuse geschoben. Nun von unten das Gehäuse mit den 2 alten Schrauben und den 2 neuen aus dem Tütchen verschrauben und an die 4 Mulden werden die 4 Gummi-Füßchen geklebt. Das war’s schon.
Firewire 800-Kabel stecken, Netzstecker in die Dose und das Sk-3500 mit dem Kippschalten hinten aktivieren. Unser Upgrade-Vorgehen sieht eine Neuinstallation von Mac OS X vor, frei lähmenden Altlasten und vor allem schlank im Platzbedarf. Die großen Library-Verzeichnisse, Musik und Filme können ruhig auf der internen Festplatte verbleiben.
Also iMac mit eingelegter Installations-DVD und mit gedrückter C-Taste starten und zu Beginn der Installation die SSD als Volume für die Installation auswählen. Sollte hier die SSD nicht angezeigt werden, so partitioniert man die SSD noch schnell. Hierzu ruft man über die obere Leiste und dort in den Dienstprogrammen das Festplattendienstprogramm aus. Ist das erledigt, wird augenblicklich neben der alten Festplatte nun die SSD angezeigt.
Da SSDs noch teuer und somit beschränkt in der Größe sind, ist ein wenig Organisation notwendig nach der Installation. Wie schon erwähnt, können hier die großen Geschichten ruhig auf der Festplatte verbleiben. Die Weiternutzung alter Bibliotheken gestaltet sich auch denkbar einfach. Zum Beispiel installiert man Apple iPhoto neu und verknüpft es mit der bestehenden Bildersammlung auf der Festplatte. Hierzu das alte Archiv auf ‚Alte Festplatte‘/Bilder/Bibliothek iPhoto auswählen, ein Alias erzeugen und mit diesem Alias dann das vom iPhoto konsultierte ‚SSD‘/Bilder/Bibliothek iPhoto überschreiben und hiernach passend umbennen (Leerzeichen und Alias weg).
Bei iPhoto ist das notwendig, weil es vermeintlich zu simpel gehalten wurde. Bei ‚Pro‘-Apps wie Aperture kann man unter Aperture-Einstellungen-Allgemein gleich den Ort der Mediathek bestimmen.
Ungeachtet der eigenen Organisation seiner Laufwerke wird man nach dieser kleinen Aktion mit einem richtig fixem iMac belohnt und es wird überdeutlich klar, dass in einem althergebrachten System die mechanische Festplatte der Flaschenhals schlechthin ist. Hat man sich erstmal daran gewöhnt, dass beliebig große Programme praktisch augenblicklich starten, dann will man nie wieder ohne SSD sein.

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